Deep Purple

In Gerrits Zimmer. Gerrit hält Martin die Tür auf.
Komm rein, my friend.

Martin
Ich hab aber echt ewig nicht mehr gekifft.

Gerrit
Ist doch scheißegal. Einfach locker einen durchziehen, ablachen und alles ist super. Weiterlesen »

Gedächtnisprotokoll des Meetings 27.3., 14:15 Uhr (Teiln.: BR, NS)

Bernolf: Hallo Noah, na, wie geht’s Dir?

Noah: Gut.

Bernolf: Du kannst Deinem Papa mal schöne Grüße bestellen!

Noah: Nö.

Ende gegen 14:16 Uhr

Die Bäckerfaust

Das erste Mal begegnete ich ihm auf dem ersten Klassenfest meines ältesten Sohnes. Auf dem Schulhof wurde gegrillt, die Kinder rannten aufgedreht herum, die Eltern, die sich untereinander noch kaum kannten, waren übereifrig mit Serviettenfalten und stirnrunzelnder Himmelsdeutung beschäftigt, vielleicht würde es ja noch regnen.

Die bezaubernde Klassenlehrerin, erfahren mit Erstklässlereltern, charmierte von Grüppchen zu Grüppchen. Mal herzlich, mal pfiffig-ironisch beschwor sie den guten Geist “Wir-kriegen-das-alles-schon-hin” für diese Veranstaltung, aber irgendwie auch für die gesamte kommende Grundschulzeit. Weiterlesen »

Minnerat

Vergiss die Rosen /
Bring keinen Wein /
Poesie, Konfekt lass im Regal

Steht Dir der Sinn /
Sie zu gewinnen /
Reparier die Waschmaschine

Der Lenz ist da

“Eine Birke ist für mich kein Baum!”, meinte mein Onkel: “Sie ist hässlich und bewirft uns das ganze Jahr mit Dreck.”

Ich hatte ihn lange nicht gesehen, meine Kinder hatten ihn noch nie bewusst gesehen. Jetzt hatte er sich kurzfristig angemeldet, um den erst ein paar Monate alten Jüngsten zu begutachten. Weiterlesen »

Silberfischchen

Das Parkett hatte ich selber verlegt, was toll von mir gewesen war. Zwar hatte mein Freund geraten: “Lass das doch lieber von Profis machen. Ich kenn’ das nämlich: Fußleisten und Fugen macht man dann nie fertig”, aber wo kommen wir denn da hin. Ist auch einfach zu teuer.

Fast drei Jahre später lag ich abends auf dem Boden im Flur zwischen zwei Kinderzimmern und las vor, als aus der 1 cm breiten Fuge zum Raum meines 7jährigen Sohnes ein Silberfischchen herauslief. Weiterlesen »

Drogen

Er ist sieben Jahre alt, hat Inline-Skates an und hängt hinten an meinem Fahrrad.

“Schneller!” Weiterlesen »

Nekrolog auf einen Karateka

Der Vater eines Kindergartenkameraden meines ältesten Sohnes ist gestorben, sicher noch nicht 50. Die Kindergartenzeit ist schon ein paar Jahre vorbei, weder er und ich noch unsere Söhne hatten jemals viel miteinander zu tun, aber es gab eine besondere, surreale Begegnung, für die ich ihm sehr dankbar bin. Es war der letzte Tag vor den Sommerferien. Weiterlesen »

kleingeschriebenes stell’ ich mir immer wie mit helium gesprochen vor

Otl Aicher war ein konsequenter Kleinschreiber, aus politischen Gründen: Der Gestalter wollte die Hervorhebung der Substantive gegenüber den Tuwörtern egalisieren. Tun war ihm wichtig, Großschreibung dagegen eine zu überwindende Affektiertheit aus absolutistischen Zeiten. Weiterlesen »